Das 6. Literaturcafé

Seit 3 Jahren ist das Literaturcafé in Bohsdorf zu einer festen Größe in unserem Vereinsleben geworden. So trafen sich auch am vergangenen Samstag 27 Mitglieder zu einer angeregten Diskussion über das neue Buch von Annette Leo.
Wir kennen Annette Leo aus der Mitgliederversammlung im Januar 2012, wo sie vor großem Publikum über die Entstehung der neuen Biographie berichtete. Dass die Söhne Strittmatters ihr Einblick gewährten in bisher unveröffentlichte Unterlagen, ließ viele Anhänger und Kritiker gespannt auf das Erscheinungsdatum blicken. Nun ist das Buch schon einige Monate auf dem Markt und das Bedürfnis
groß, sich über seine Eindrücke auszutauschen. Eine gute Recherche und sachliche Darstellungen wurden Annette Leo nach der Lektüre des Buches bestätigt. Der Leser erhält viele Hintergrundinformationen durch Zitate aus den Tagebüchern und Briefen, aber auch durch Interviews mit Zeitzeugen und Wegbegleitern. Aber hin und wieder regt sich auch Widerspruch. Auf Seite 24 stellt Annette Leo fest, dass sowohl der Bohsdorfer Strittmatter-Verein als auch der Dollgower Heimatverein den Schriftsteller für sich beanspruchen möchten. Renate Brucke widerlegte diese Aussage: es gäbe gute Beziehungen zwischen den Vereinen, gegenseitige Einladungen
zu den Feierlichkeiten im vergangenen August belegen das. Die Diskussion lässt eine neue Sicht auf Strittmatter erkennen. Mit mehr Gelassenheit können wir heute die Problematik beurteilen und verstehen uns zunehmend als Anwalt Erwin Strittmatters, so Renate Brucke.
Heidemarlen Polzin

Unser Gästebuch

Datum: 29.10.2012
Von: Gertrud Zucker (Illustratorin und Grafikerin von Romanen und Kinderbüchern), Dr. Ursula Schenderlein und Barbara Freitag, Bad Saarow
Wir waren am 25.10.12 in Bohsdorf und haben uns auch den „Laden“ angesehen. Vielen Dank für Ihr Engagement!
Von Gertrud Zucker folgender Text mit Zeichnung: „Der Eiche ist es egal, welche Säue sich an ihrem Stamm reiben.“

Datum: 26. Okt. 2012 10.56 Uhr
Von: Galsan Tschinag, Ulan Bator
Nach langer Zeit wieder herübergepilgert. Ja, es ist wirklich eine heilige Stätte. Erwin Strittmatter ist ein großer Künstler, ein Meister der deutschen Sprache. Sein Geist wird fortleben, solange es einen letzten Leser gibt. Nun die Diskussion… Er war ein großer Mann, ein lieber Mensch – aus meiner Sicht. Ich durfte ihm über die Schulter schauen, wenn er arbeitete. Ich durfte mit ihm scherzen. Jedoch war er kein Übermensch. Ja wo gibt es Übermenschen

Datum: 13.10.2012
Von: Seminargruppe A 313 der ehemaligen pädagogischen Hochschule Dresden
Tinko- die Lektüre der „alten“ Schulzeit – heute wurde der Besuch im „Laden“ bei Erwin Strittmatter Realität. Herzlichen Dank für die einmalige Einrichtung der Gedenkstätte. Die Gedanken kreisen um die Erlebnisse und wir begreifen den „Reichtum“ der Gedankenwelt von Erwin Strittmatter. Herzlichen Dank für die Führung und Betreung

Datum: 26.07.2012
Von: Kito Lorenc, Schriftsteller
Bei Gelegenheit unseres heutigen Besuchs dieses Hauses mit dem Verein „Freunde der Smolerschen Buchhandlung“ in Bautzen erinnere ich mich gern an ein Wort Strittmatters in einem Brief an mich vom Jahre 1984, als ich ihm meinen Reclam-Gedichtband „Wortland“ geschickt hatte, den ich in Anspielung auf seinen „Laden“ meinen „Bauchladen“ nannte. Er darauf im Brief: „Mach Dir nie so kleene!“

Datum: 22.07.2012
Von: Familie Schneider, Cottbus
Es ist leicht, einen Menschen zu verurteilen, wenn man „die Gnade der späten Geburt“ hatte und sich die Zwänge nicht vorstellen kann, unter denen die Menschen leben mußten. Der Spagat zwischen Fahneneid, Menschlichkeit und Überlebenswillen war schwer zu ertragen.
Ihm bleibt der Ruhm als Schriftsteller! Alles Gute für Ihr Museum!

Datum: 12.07.2012
Von: Günter Pucher, Prof. Harald Hilpert (Hochschule für Bildende Künste Braunschweig), Ilse Hilpert
Das Neue bleibt das Alte
in Verehrung für den Dichter E.S.

Datum: Juli 2012
Von: Karin Geißler, Berlin
Herr Strittmatter hat es nicht verdient mit „Häme“ beworfen zu werden!
Wann werden wir endlich erkennen
Alles hat seine Zeit…..
alles wiederholt sich u. Verdienste, Fähigkeiten und Begabung eines Menschen zu missachten zeigt nur wie unfähig und intolerant wir armseligen Menschen sind.

Datum: 14.06.2012
Von: J. Fiedler
Zu meiner Jugendweihevorbereitung lernte ich Erwin Strittmatter persönlich kennen. Heute bin ich ihm sehr nahe gekommen. Ein toller Abschluss unseres Spreewaldurlaubs.

Datum: Juni 2012
Von: Holger Teschke, Autor der Bühnenfassung „Der Laden“, Staatstheater Cottbus
Danke für die Führung nach der „Laden“-Premiere am 10. Juni 2012, danke für die wunderbare Arbeit des Vereins und die Erhaltung des Laden.

Datum: 09.06.2012
Von: Gästen aus Istanbul, Senftenberg, Wien
Hier wird Geschichte lebendig!
Danke, dass wir dies heute erleben durften und besonderen Dank an Frau Pannusch für die freundliche und lehrreiche Führung außerhalb der Öffnungszeiten.

Datum: 28.04.2012
Von: Walter Nowojski, Germanist-Berlin
Ich freue mich, endlich einmal in Bohsdorf zu sein. Seit meinem 16. Lebensjahr kannte ich Erwin Strittmatter, war oft in Schulzenhof und bezeichnete ihn immer als meinen väterlichen Freund. Er bleibt ein großer Schriftsteller – Trotz alledem

Datum:01.04.2012
Von: Ilse und Bernd Donner, Köpernitz
Wir sind beeindruckt, aber vor allem sehr erfreut, dass Erwin Strittmatters „Laden“ so gut erhalten ist und wird und so sein literarisches „Inventar“ nachvollziehbar bleibt.
Wir wünschen dem Erwin-Strittmatter-Verein alles Gute und dass er mit eigenen Beiträgen zum 100. Geburtstag die Erinnerung an ihm wachhält.
Wir Nachbarn Strittmatters aus Köpernitz werden es ebenso tun. Eva und Erwin starteten vom Bahnhof Köpernitz, wenn Sie nach Berlin aufbrachen.

Datum: Oktober 2011
Von: Erhard Dubrau, Ortschronist und Leiter des Heimatmuseums Pretzsch/Elbe
Ein Gruß aus dem kleinen Städtchen Pretzsch/E.,wo Erwin Strittmatter am 15. April 1932 beim Konditor Knötzsch seine Bäckerlehre beendete mit bestandenen Gesellenbrief. In der alten Bäckerei wird an Erwin Strittmatter erinnert.

Datum: 09.08.2011
Von: Helly (und Lorna) Wÿma Tholen, Niederlande
Welch eine Freude dies alles mit eigenen Augen zu sehen! Es gibt für mich kein schöneres Buch als gerade „Der Laden“, also komme ich immer wieder gerne hierher.
Heute mit Enkelin, die leider noch nicht Deutsch kann – aber das wird sich in nächster Zukunft ändern und hoffentlich erfreut sie sich dann genauso an diesem wunderschönem Buch!

Datum: 03.06.2011
Von: Rainer Lange, Halle
„Klassentreffen“ aus dem Abiturjahrgang 1965 der Adolf-Reichwein-Schule in Halle. Wir wollten mal sehen, wie der Schöpfer unseres Schulstoffes so gelebt hat. Danke für das liebevolle Museum!

Im Leben gibt es keine Proben, am 18. April 2013 um 20 Uhr, Buchhaus Hugendubel

IM LEBEN GIBT ES KEINE PROBEN
Unter diesem Titel erschien soeben das mit großem Interesse erwartete Buch von Carmen-Maja Antoni.
Die Buchpremiere fand im BERLINER ENSEMBLE (Schiffbauer- Damm) am Sonntag,dem 3.März 2013 statt.
Frau Antoni ist seit 1976 Mitglied des Berliner Ensemble.Für ihre „Mutter Courage “ wurde sie begeistert als „die neue Weigel“ gefeiert.Christoph Hein schreibt im Prolog des Buches „Diese Frau ist eine der ganz Großen des Theaters,des Films,des Spiels“.
Auf Seite 167 des Buches findet sich der Satz: „Ich bin zum Ehrenmitglied des Strittmatter-Vereins benannt worden,habe in dem winzigen Original-Laden in Bohsdorf eine sehr schöne Lesung gehabt und ein Gespräch über den Film.“
Wer dabei war ,teilt diese Erinnerung gern.
Nach der Leipziger Buchmesse begibt sich Carmen-Maja Antoni auf eine große Lesereise,die vom Verlag DAS NEUE BERLIN organisiert wurde.
Im Buchhaus HUGELDUBEL in Cottbus findet eine Lesung am 14.April 2013 statt.

Dr.Manfred Schemel

18.04.13
CARMEN MAJA ANTONI: Im Leben gibt es keine Proben

Die kleine Schauspielerin mit dem verschmitzen Lächeln machte sich mit großen Rollen einen Namen. Hans-Otto-Theater Potsdam, Volksbühne Berlin, Berliner Ensemble, das sind Stationen ihres Lebens, wo sie bis heute mit großartigen Regisseuren arbeitet. Daneben wurde und wird sie gern für Film und Fernsehen engagiert, zahlreiche Gastspiele führten sie ins Ausland, beliebt war und ist sie gleichermaßen als Darstellerin in Kinderfilmen und Hörspielen. Nicht zu vergessen ihre Tätigkeit als Dozentin an der Filmhochschule Konrad Wolf und der Schauspielschule „Ernst Busch“.

Kurz – sie hat sich der Kunst mit Leib und Leben verschrieben und erzählt davon nun – mit ihrer Co-Autorin Brigitte Biermann in dem neuen Buch.

20.00 Uhr, Hugendubel Buchhandlung
Eintritt: 10,00 €/erm. 8,00 €
Kartenreservierung unter 0355 3801731

Mitgliederversammlung am 02. Februar 2013

Ein Beitrag von unserem Mitglied Gertraude Friedrich, Mitarbeiterin im “Laden-Museum”
Mitgliederversammlung am 02. Februar 2013

Der Einladung zum Gespräch über die Cottbusser Aufführung von Erwin Strittmatters “Laden” folgten sehr viele Vereinsmitglieder und andere Strittmatter-Freunde. Der Schauspieldirektor Mario Holetzeck und Schauspieler Michael Becker erzählten aufschlussreich und sehr unterhaltsam über Entstehung und Entwicklung des Schauspiels, vom Ringen um die politische Aktualisierung. Der Erfolg der Theateraufführung – zu 97% ausverkaufte Vorstellungen, minutenlang applaudierendes Publikum, mit 26 Kritiken Riesenecho in den Medien, eine Einladung an das Berliner Ensemble – berechtigt die “Macher” zu sichtbarem Stolz.
Die Teilnehmer der Gesprächsrunde dankten ebenfalls für diese gelungene Inszenierung. In der Diskussion bekräftigte Mario Holetzeck die Legitimation von Veränderungen gegenüber der breiten Romanvorlage, um mit dramatischen Elementen einen Spannungsbogen aufbauen zu können. Theater muss polarisieren, darin besteht sein kulturpolitischer Auftrag. Michael Becker, der häufig Strittmatter-Lesungen durchführt, freute sich über die Kritiker, die die Aufmerksamkeit auf den Schriftsteller und sein Werk wirkungsvoll gelenkt hatten. Gegen Ende der Zusammenkunft waren sich die Teilnehmer einig – neue Erkenntnisse über die Biografie E. Strittmatters werden die Einstellung zu seiner Person verändern, aber nicht zu seinem literarischen Schaffen.

www.strittmatter-verein.de - Mitgliederversammlung im Winter 2013

Im Vorfeld ein Beitrag für unsere Mitgliederversammlung am 2.2.13 von unserem Mitglied Hanni Dillan

Ein Beitrag von unserem Mitglied Hanni Dillan
Liebe Literaturfreunde,

seit 2011 bin ich Mitglied im Erwin-Strittmatter-Verein in Bohsdorf. Seither habe ich schon viele interessante, genauso “strittmatterverrückte” Menschen kennengelernt und so freue ich mich immer sehr auf jedes Wiedersehen. Nun steht im Februar ein Treffen mit dem Schauspieldirektor des Staatstheaters Cottbus und Regisseur, Mario Holetzeck sowie dem Darsteller des Großvaters, Michael Becker, an und so möchte ich im Vorfeld allen Interessierten meine Gedanken zur Aufführung der Theaterfassung von Holger Teschkes “Der Laden” mitteilen.

Wie so viele meiner Generation (Jahrgang 1952) bin ich zu Erwin Strittmatter über sein Buch “Tinko” gekommen, das damals Unterrichtsstoff war. Ich erinnere mich noch, dass ich es in einem ”Ruck” gelesen habe, was viele meiner Klassenkameraden damals nicht verstanden haben. Seither war und bin ich vom “Bauchgefühl” her mit ihm verbunden. (Mein Herz allerdings hat Jahre später Eva Strittmatter mit ihren Gedichten erobert.) Natürlich las ich später dann “Ole Bienenkopp” und natürlich auch sein Buch “Der Laden”. So lief ich also voller Vorfreude und Neugier zur Uraufführung des Ladens am 1. Abend – was würde mich wohl erwarten? Seit Tagen hatte ich die Bilder der Verfilmung des Romans vor Augen – wie mag wohl die Geschichte auf der Bühne dargestellt werden? Wird sie mich genauso anrühren – ja, genauso war es!

1. Abend
Von der ersten Minute an war ich wieder mittendrin in der Geschichte, sicher auch deshalb, weil mir die Sprache teilweise so vertraut ist, da sie von meinen Großeltern gesprochen worden ist. Das Bühnenbild bot einen einfachen, klaren Hintergrund für das hinreißend spielende Ensemble, das nicht nur mich, sondern sicher auch alle anderen Zuschauer wunderbar unterhalten hat. Der lebenserfahrene, schlitzohrige Großvater, die bauernschlaue Großmutter, die bei jedem Streit in Ohnmacht fallende Mutter – alle Figuren wurden von den Darstellern mit großer Freude und ganzem Einsatz gespielt. Allen voran Oliver Breite als Esau Matt, der schon früh nach dem Sinn seines Daseins auf Erden fragt und fühlt, dass er ein Dichter werden muss: “Schreiben will ich!”. Am Ende des 1. Abends habe ich eine Ahnung davon, wie man durch Erlebnisse aus Kinder- und Jugendjahren geprägt wird.

2. Abend
“Wer bin ich – was bin ich?” und “Wo warst Du im Krieg – was hast Du getan?”. Diese immer wiederkehrenden bohrenden Fragen nach dem eigenen Ich spiegeln das ganze Drama des Lebens von Esau Matt wider. Alles, was seinem Ziel, dem Schreiben, im Weg stand, schob er rücksichtslos beiseite. Wie das von Oliver Breite gespielt wurde, war für mich herausragend. Aufgewühlt und nachdenklich verließ ich das Theater. Ich weiß auch nach diesem Abend noch immer nicht, was Wahrheit ist und was Dichtung im Leben des Esau Matt, sprich: Erwin Strittmatter.

Was ich weiß ist, dass ich Erwin Strittmatter für sein literarisches Werk nach wie vor hoch verehre und deshalb schließe mit den Worten von Eva Strittmatter: “Aber das “Große” kann stehenbleiben!”

Herzlichst
Hanni Dillan

Unser Mitglied Dr. Manfred Schemel informiert.

.Unser Ehrenmitglied Galsan Tschinag sandte den folgenden Neujahrsgruss aus der Mongolei:
„Die Milchstrasse im Blick und die Mutter in Gedanken sende ich in alle Himmelsrichtungen Wünsche hinaus Hell,weich und warm Galsan Tschinag“
Er wird im Jahre 2013 7o Jahre alt.Auf der Internetseite der -Galsan -Tschinag-Stiftung e.V.- wird er aus diesem Anlass mit einem umfangreichen Text und mit Fotos im Kreise seiner Familie vorgestellt.

.Carmen-Maja Antoni ist von einer erfolgreichen Tournee aus Südamerika zurückgekehrt.Im Berliner Ensemble tritt das Ehrenmitglied des Vereins in den nächsten beiden Monaten in den Stücken“Mutter Courage und ihre Kinder““(19.1. und 1.2.),“Der Kirschgarten“(!8.1.),“Die Kleinbürgerhochzeit)(18.1.), „Schwejk im 2.Weltkrie“(30.1.) und mit einem BRECHT-Abend (26.1.) auf.Noch vor der Buchmesse wird Frau Antoni ihr Buch „Im Leben gibt es keine Proben“ vorstellen.Am 22.2. ist sie dazu im RIVERBOOT zu erleben.

.Die mit Unterstützung des Verein gegenwärtig laufende Wanderausstellung mit FOTOS von Frau Rimkus-Beseler „Lebensort:Schulzenhof (1954-1994)“ über Eva und Erwin Strittmatter hatte auf den bisherigen Stationen Cottbus,Neubrandenburg und Potsdam (Landtag) eine ungewöhnlich gute Resonanz.Um dieTodestage beider herum wird sie im Heidemuseum Spremberg zu sehen sei.Eröffnet wird die FOTO-Schau am 26.Januar, zum Todestag unseres Namensgebers (31.1) und dem unseres Ehrenmitglieds (5.1.) wird es, gemeinsam mit dem Verein vorbereitet, am 31.Januar eine Veranstaltung geben.Mit Frau Rimkus-Beseler erleben wir nicht nur eine Meister-Fotografin und Buchautorin, sondern eine jahrzehntelangen Freundin der Familie Strittmatter bei einer Finissage zu Ostern 2013.

.Zufall oder nicht:Der junge Regisseur Stephan Kühne (2005: Preisträger im Wettbewerb :Zeit für Strittmatter?) erhielt beim 22.FilmFestival den Spezialpreis für die beste technische Umsetzung,gestiftet und mit einem hohen Geldpreis dotiert von EYESKY ,dem langjährigen Sponsor auch für Internet-Seite unseres Vereins.

Dr. Manfred Schemel

Bericht aus der "Berliner Zeitung" vom 15.11.12

Der Germanist Walter Nowojsky, ein Schüler von Victor Klemperer und dessen Entdecker starb kurz vor Vollendung seines 81. Lebensjahres am 9. November in Berlin.

Als studierter Germanist hatte er als Rundfunk-und Fernsehredakteur, als Chefredakteur der Zeitschrift Neue Deutsche Literatur Einblicke in die Kulturpolitik der DDR und sich etliche Male mit den Zensoren zu seinem Nachteil angelegt.
Seine Erinnerungen an Erwin Strittmatter bewogen den Verein, ihn im Mai 2012 zum vierten Literaturcafé einzuladen.
Wer mit der DDR-Literatur verbunden war, der hat ihn gekannt und geschätzt. Kenntnisreich und einfühlsam-so war seine Art als Kritiker und Chefredakteur der „Neuen Deutschen Literatur.
Manches lag noch vor ihm, so wurde er während der Feierstunde zum 100. Geburtstag von Erwin Strittmatter im Erwin-Strittmatter-Gymnasium in Spremberg Ehrenmitglied des Erwin-Strittmatter-Vereins.

Walter Nowojski, geboren am 12.11.1931 in Annahütte (Niederlausitz), kam über die Arbeiter- und-Bauern-Fakultät zum Germanistikstudium an die Berliner Humboldt-Universität. Dort lernte er Victor Klemperer kennen. Nowojski war Lektor im Verlag Neues Leben, Redakteur beim Rundfunk der DDR, Leiter der Abteilung Dramatische Kunst beim Fernsehen der DDR, von 1975 bis 1990 Chefredakteur der Zeitschrift Neue Deutsche Literatur/ndl.
Er hat mehrere Anthologien herausgegeben. Außergewöhnliche Verdienste erwarb er sich als Herausgeber von Victor Klemperers Erinnerungen Curriculum vitae (Aufbau-Verlag, 1989) und von dessen Tagebüchern Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten (Aufbau-Verlag, 1995; zusammen mit Hadwig Klemperer), Leben sammeln, nicht fragen wozu und warum (Aufbau-Verlag, 1996), So sitze ich denn zwischen allen Stühlen (Aufbau-Verlag, 1999; die beiden letzten Titel zusammen mit Christian Löser) u.a.

Bericht von der Website der Galsan Tschinag Stiftung e. V.

Literaturpreis für Galsan Tschinag

Der mongolische Schriftsteller Galsan Tschinag erhielt am Sonntag, 18. November, im Café Vetter den Literaturpreis der Neuen Literarischen Gesellschaft Marburg.
Der mit 3000 Euro dotierte Preis wurde zum ersten Mal vergeben. Das Besondere: Tschinag wurde von den Mitgliedern des ältesten Marburger Literaturvereins ausgewählt – auch der größte Teil des Preisgeldes wurde von den Mitgliedern gestiftet. Den Preis wurde vom Oberbürgermeister Egon Vaupel überreicht.
Vor der feierlichen Preisverleihung hat Galsan Tschinag seinen aktuellen Roman „Gold und Staub“ vorgestellt. Immer wieder greift er alte Mythen der Steppenbewohner auf, transportiert sie in die Moderne. Auch in seinem Roman „Gold und Staub“ thematisiert er das Uralte, Unglaubliche inmitten einer Welt, in der Profitgier die Natur zerstört. In dem funkelnden, ebenso heiteren wie nachdenklichen Roman führt Tschinag die Leser in den innersten Kreis seines Lebens in der mongolischen Steppe. Ein Jahrhundertgedanke hat sich in seinem Hirn festgesetzt: Mit einer Million Bäume will er die Steppe begrünen. Der erste Schritt: Der öde, zerfallene Friedhof der Ahnen soll wieder hergerichtet werden. Doch dabei tun sich zahlreiche Hindernisse auf. Die Stammesleute fürchten die Geister der Toten, es fehlt an Geld, Material und Durchhaltewillen. Kann er sich auf seine Schamanenschwester verlassen? Da taucht in der Jurte des Stammesführers eine rätselhafte, blonde, berückend schöne Kasachin auf.

Galsan Tschinag erhielt 1992 den Adelbert-von-Chamisso-Preis, 1995 den Puchheimer Leserpeis, 2001 den Heimito von Doderer-Literaturpreis, 2002 das Bundesverdienstkreuz, 2008 den Literaturpreis der deutschen Wirtschaft und 2009 den Europäischen Trebbiapreis aus dem Ausland.